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La entrada al Gran Canal, Venecia de Giovanni Antonio Canal

La entrada al Gran Canal, Venecia

(The Entrance to the Grand Canal, Venice)


Giovanni Antonio Canal

Rococó  ·  Ciudades y pueblos
La entrada al Gran Canal, Venecia de Giovanni Antonio Canal
1730  ·  Óleo sobre lienzo  ·  48.04 Megapixel  ·  Imagen de ID:11207
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Bedeutender Anblick vom Canale Grande auf Venedig

Giovanni Antonio Canals (1697-1768) Gemälde "Der Eingang zum Canal Grande, Venedig" begeistert auf den ersten Blick. Das Bild mutet wie ein Gemälde an, der Pinselstrich ist differnziert, klar und exakt. Die Szenerie wird lebendig, detailgetreu und voll kraftvoller Kontraste wiedergegeben. Vermutlich ist diese genaue Darstellung von seiner Heimatstadt Venedig des "Canaletto" genannten Malers seiner Herkunft zu verdanken. Canalettos Vater war Bühnenbildner. Der begabte Sohn lernte zunächst in dessen Werkstatt und benutzte für seine späteren Gemälde eine Camera obscura. Mit deren Hilfe setzte er die präzise Wiedergabe von Gebäuden, Wasser, Himmel und Perspektive um.

Begeisternd ist jedoch nicht nur die exakte Abbildung der das Bildgeschehen auf der linken Seite dominierenden Kirche Santa Maria della Salute. Schon der Standpunkt, von welchem der Maler sein Bild in Szene setzt, ist bemerkenswert. Maler wie Zuschauer befinden sich gleichermaßen mitten auf dem berühmten Canale Grande. Wie von einem Schiff, das die gewaltige Kirche zur Linken passiert, erblickt man das Geschehen an den Seiten und in der Ferne: das gewaltige Kirchenschiff mit seinen charakteristischen Voluten zur Linken, Gondeln, Segel- und Fischerboote auf dem Wasser im Bildzentrum, Stadtpaläste zur Rechten sowie Türme in der Ferne. Das bewegte Geschehen an Land und Wasser spiegelt sich in einem freundlich bewegten Himmel mit weiß geballten Wolken wieder, die dem Betrachter aus dem Gemälde entgegen zu springen scheinen.

Was fasziniert auch Jahrhunderte später an dieser Bildkunst?

Wären Canalettos Veduten und Stadtansichten nur statisch und brave, realistische Abbildungen, hätten sie niemals solche Berühmtheit erlangt. Ob im Pariser Louvre, im MET von New York, im Wiener Kunsthistorischen Museum oder in der Alten Pinakothek München: Überall hängen Canalettos Bilder und legen Zeugnis von der Schönheit und kulturellen Größe der ehemaligen Handelsmetropole und Lagunenstadt ab. Der "Eingang zum Canal Grande" begeistert gleichermaßen mit der architektonisch präzisen Darstellung wie der abgebildeten bewegten Alltagssituation.

Der Eingang zum Canal Grande Venedig Detail 01
Der Eingang zum Canal Grande Venedig Detail 01

Alltag im Bild

Man sieht Menschen in langen Gewändern die Kirchentreppen emporsteigen. Zwei Gondoliere in rot-weißen Gewändern sind damit beschäftigt, eine Gondel von der einen Seite in Richtung Kirche hinüber zu rudern. Während der eine Richtung Kirche zeigt, wendet sich der Rudernde dem Betrachter zu. Im Bildvordergrund, praktisch unmittelbar vor dem Betrachter, stechen zwei einfache Fischerboote ins Auge. Die zentrale Figur sitzt bequem auf der Ruderbank und scheint den Betrachter direkt anzublicken. Eingerahmt ist dieser Mann von zwei stehenden Figuren, die uns den Rücken zuwenden. Diese Figuren setzen jedoch wichtige Akzente: Die rechte Person, weil sie sich in gebückter Haltung an den Tauen zu schaffen macht und ihre weiße Hose von der Sonne erleuchtet ist. Der linke Mann, weil auch sein Wams und Hose im Licht liegen und die ausgestreckte rechte Hand sowie die Kopfbewegung in Kontakt mit einer nicht unmittelbar zu erfassenden anderen Person zu stehen scheinen.

Licht und Farben

Canalettos Gemälde überzeugen auch in der Wahl der Farben. Der in vielen Farbschichten gemalte Himmel mit grau-weißen Wolkenfeldern setzt sich von der leicht gekräuselten Wasseroberfläche, die fast haptisch wirkt, auch farblich ab. Die Farbe des Wassers reflektiert diesen Himmel und seine diversen Farben, ist aber undurchdringlich, nicht transparent wie dieser. Großartig ist ebenso, wie sich auf der linken und rechten Seite Pfähle und Hausfassaden im Wasser spiegeln und ihm einen tieferen Grünton verleihen. Belebende Akzente setzten orangefarbene, gelbe und blaue Hosen und Oberteile der Figuren. Farbtechnisch setzt die rote Kappe des Ruderers nahezu in der Bildmitte einen wichtigen Akzent. Diese Kappe unterstreicht nochmals die Dominanz der gewaltigen Kirchenfassade. So blickt das Auge automatisch zunächst auf die rechte Bildseite, um in einem zweiten Schritt auch die perfekt ausgeführten, niedereren Fassaden der Canale-Grande-Paläste wahrzunehmen. Als Großmeister zeigt sich Canaletto, wenn er das starke Sonnenlicht als Licht und Schatten auf Mauern, Kirchenfenstern, Treppenabsätzen und Schiffen realisiert. Auch der Anordnung der Holzschiffe, die dunkle Akzente setzen, sollte man Beachtung schenken. Gerade das wie zufällige Zusammenspiel von gewaltigen Gebäuden, bewegtem Wasser, Alltagsleben und in eine Unendlichkeit von Himmel und Kanal führender Perspektive macht den Reiz dieses Gemäldes aus.

Überragende Weggefährten und Konkurrenten

Canalettos Konkurrent Francesco Guardi wurde in Canalettos letztem Lebensjahrzehnt beispielsweise mit "Gondeln auf der Lagune" sehr erfolgreich, gerade weil er andere Schwerpunkte setzte. Bei ihm spielt die Natur die Hauptrolle. Venedig ist nicht mehr die exakt gemalte, wie eine Festung wirkende, pulsierende Stadt, sondern ein fragiles Stadtgebilde, das Wasser und Himmel ausgeliefert ist.

Canalettos Handschrift erkennt man bei seinem Neffen Bernardo Bellottos. Dieser durfte ihm bei Venedig-Veduten zur Hand gehen und wurde später mit seinen Dresden Darstellungen selbst ein berühmter Maler. Die Handschrift seines Onkels bleibt in Bildern wie "Neumarkt in Dresden" mit seinem Licht- und Schattenspiel und exakter Darstellung der Barockbauten oder in der klar konturierten Perspektive von "Der Marktplatz in Pirna" unverkennbar.

Der Eingang zum Canal Grande Venedig Detail 02
Der Eingang zum Canal Grande Venedig Detail 02
Michele Marieschi, ein weiterer Zeitgenosse und Rivale Canalettos, begeisterte gleichermaßen mit prächtigen Stadtansichten. Interessant ist im direkten Vergleich sein Venedig-Gemälde "Eingang zum Canal Grande und Santa Maria della Salute". Marieschis Pinselstrich ist dynamischer, die Farben wirken verwischter. Gleichwohl sind die Parallelen zu Canalettos Meisterwerk frappierend, auch wenn Marieschi den linken Teil des Kanals abbildet und Santa Maria della Salute deswegen das Bildgeschehen von der linken Bildhälfte her beherrscht. Licht und Schatten, der dynamische Himmel mit weißen, in die Länge gezogenen Wolken und das von Schiffen bevölkerte Wasser spielen jedoch gleichermaßen eine Hauptrolle und verleihen dem Werk eine enorme Präsenz. Interessant zu wissen, dass Marieschi aufgrund seines frühen Todes kein gravierender Konkurrent zu Canaletto hatte werden können.

Bedeutung der Venedig-Gemälde

Betrachtet man die Werke dieser vier Künstler des 18. Jahrhunderts, ist augenfällig, dass der Stadt und ihrer Darstellung generell eine große Bedeutung zukam. Realistische Abbildung ist ebenso gewünscht wie die Lebendigkeit des Alltagslebens. Handelt es sich um Bilder zu Venedig, ist immer die Trilogie von Wasser, Himmel und Bauwerken bestimmend. Ebenso wird der Perspektive Gewicht beigemessen. Wurden Künstler wie Bernardo Bellotto später in Deutschland tätig, übertrugen Sie Maltechnik, Bildaufbau und Farbgebung auch auf die fremde Umgebung. © Meisterdrucke
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